TGURD #10 – Tue Gutes und rede darüber

Putzaktion

Jesus! Wir feiern heute ein kleines Jubiläum. Unser zehntes gemeinsames Ehrenamt und die Sonne lacht so herrlich, als wüsste sie davon.

Wir treffen uns gegen 11 Uhr im Johannisthaler Park. Zu dritt sind wir. War doch unser Aufruf zu einer erneuten Putzaktion offensichtlich zu kurzfristig.
Wie ein eingespieltes Team schnappen wir uns Handschuhe, Müllbeutel und Zangen und wollen voller Tatendrang loslegen. Man kennt Berlin eben nicht ohne Müll.

Hier ein Kronkorken. Dort ein Taschentuch. Hier stimmt etwas nicht!
Das Grünflächenamt ist uns offensichtlich zuvor gekommen.

Also packen wir unsere Gerätschaften wieder ein und fahren zum Kaisersteg, der Niederschöneweide mit Oberschöneweide verbindet. Tags zuvor bekamen wir einen Tipp über die sozialen Medien, dass es sich hier lohnen würde.

Die traurige Bilanz: Außer Kippen nischt zu holen!

Diese kleinen Scheißerchen lassen sich auch mit der Zange schwer aufnehmen. Aufgrund der fiesen Menge an erloschenen Glimmstengeln, die es zu beseitigen galt, hatten wir doch später gute Rückenschmerzen.
Nicht zuletzt auch wegen der hohen Umweltbelastung (Konterminierung des Grundwassers) erlaube ich mir hier den Appell an alle Raucher:
Schmeißt die Überreste Eurer Zigaretten doch bitte, bitte in die öffentlichen Mülleimer!

Schöner unsere öffentlichen Plätze.

Der Battle um die letzte Kippe.

Coffee for free

Wir erhielten nicht nur freudigen Zuspruch der Passanten für diese Aktion, sondern auch eine Einladung zum Kaffee. Wunderbar!

Nüchtern betrachtet

… bräuchte es diese Art Ehrenamt nicht, wenn jede*r ihren/seinen Dreck ordentlich entsorgen würde. Das wär doch mal was, oder?

TGURD #9 – Tue Gutes und rede darüber

HalleLuja | Kältenotübernachtung III in Berlin

Beeindruckend! Das denke ich, als ich vor der weißen Wärmelufthalle hinterm Ring-Center Frankfurter Allee stehe, die wie ein riesiges Iglu anmutet. Drum herum Beton und Zäune. Ich bin hier heute verabredet – ehrenamtlich durch die Nacht.

Mein Tag war bislang nicht berauschend. Vieles lief schief und eigentlich hatte ich darüber nachgedacht, meine angebotene Hilfe abzusagen. Kneifen wollte ich. Hab ich aber nicht. Zum Glück. Denn mein bis hierher mieserTag sollte doch noch schön enden.

Einweisung

Ich bin um 18 Uhr vor Lars da und gehe schon mal rein. Sabrina und Merlin empfangen mich. Sie sind hauptamtliche Mitarbeiter der Berliner Stadtmission und schon einige Jahre in der HalleLuja tätig. Einer ihrer Kollegen führt mich rum und zeigt mir alles. Ich muss ein Datenblatt ausfüllen und bekomme ein Namensschild. Dann wird mir der Ablauf erklärt.

Noch ist alles ruhig.

20 Uhr. Es geht los!

Die Gäste treten nach und nach in die Halle. Sie müssen sich zuerst registrieren. Drogen, Waffen, Alkohol sind nicht gestattet. Zur Sicherheit wird aber doch jeder abgetastet. 120 Schlafplätze – 24 für Frauen und 96 für Männer – stehen hier zur Verfügung. Haustiere sind herzlich willkommen. Die Kleiderkammer hat geöffnet.

Während der kurzen Teambesprechung werden die Aufgaben der Haupt- und Ehrenamtlichen am heutigen Abend verteilt. Lars und ich sind an der Essensausgabe. Es gibt Suppen (vegetarisch und mit Fleisch), Salate, belegte Brote, etwas Kuchen, Schokolade, kalte und heiße Getränke.

Hier wird gleich gegessen.

5 Schüler*innen aus Baden Württemberg, die hier ein Praktikum absolvieren wollen, haben heute ihren Schnupperabend in der Notunterkunft und backen Waffeln für die Gäste. Das ist für alle etwas besonderes und wird sehr gern angenommen. 20 Liter Teig werden an diesem Abend verarbeitet.

Lecker!

Es ist ruhig an dem Abend. Uns fällt auf, dass im Vergleich zu unserem Einsatz im letzten Jahr in der Kältehilfe am Lehrter Bahnhof, mehr Frauen und sehr viele Osteuropäer zu Gast sind. Aus Polen, ­Litauen oder Rumänien kommend, hoffen sie hier auf ein besseres Leben und bessere Jobchancen. In der Regel werden sie aber enttäuscht und bleiben oft auf der Straße.

Gegen 22 Uhr wird es ruhiger. Die ersten Gäste liegen bereits in ihren Betten. Wer Hygieneartikel benötigt, kann diese gegen ein geringes Entgeld erhalten.

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Meine Sorgen und der Ärger des vormittags sind Geschichte. Zu nichtig.

Die HalleLuja ist jährlich vom 1. November bis 30. April geöffnet. In den warmen Monaten wird überwiegend Psychologische Hilfe und Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft geleistet. Keine*r soll auf der Strecke bleiben.

Kältenotübernachtung III – HalleLuja
Am Containerbahnhof hinter dem Ring-Center (Frankfurter Allee)
10365 Berlin
E-Mail: nue3(at)berliner-stadtmission.de

TGURD #8 – Tue Gutes und rede darüber

Ein Trauerspiel

Manchmal nützt das beste Vorhaben nichts, wenn es an Material, Technik und Manpower fehlt.

Lars und ich hatten heute die Absicht unseren (einst) schönen Pavillon in der Wuhlheide für die kommende Schönwettersaison aufzuhübschen. Wir wussten bereits, dass sich Tagger auf ihm verewigt hatten. Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen streiten. Doch hier sind wir uns einig: Das muss weg.

Hilde Schneider hat sich einst dafür eingesetzt, dass dieser Pavillon in der Nähe des Spielplatzes in der Wuhlheide erbaut wurde. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2017 hat sie sich persönlich für die Instandhaltung der Schutzhütte eingesetzt.

Geplantes Zeitfenster inklusive Materialbeschaffung: 2-3 Stunden.

Nicht zu schaffen

Der erste Eindruck, der sich uns offenbarte, verriet uns das doppelte an Zeitaufwand. Mindestens. Und das auch nur unter Berücksichtigung der Anwesenheit geeigneter Gerätschaften, wie Säge, Bohrmaschine, Schleifpapier usw.

Missing

Es fehlten mehrere Holzplatten, die vermutlich abmontiert und als Wärmequelle Verwendung fanden. Eine unweit entfernte Feuerstelle ließ zumindest darauf schließen.
Wir entdeckten auch morsche Balken, die ebenfalls erneuert werden müssen.

Der Plan

Da die Ausbesserungsarbeiten nun doch umfangreicher sind als ursprünglich angenommen, suchen wir Unterstützung. Genial wäre es, wenn wir einen Tischler oder Zimmermann aus dem Kiez dafür begeistern könnten, die Holzarbeiten zu übernehmen. Es geht ja nichts über einen Profi, der sein Handwerk versteht. Für die Dienstleistung könnte sogar etwas Geld locker gemacht werden.

Aufruf

Kennt jemand einen Tischler, der die Holzarbeiten entweder komplett übernehmen würde oder gemeinsam mit uns? Wir eignen uns hervorragend als Handlanger mit klugen Sprüchen in den Bohr- und Sägepausen. Kaffee von mir und Kuchen von Lars wären kein Problem. Na, wer kennt wen?

Geschichten aus dem Kiez

Teptow-Köpenick
ist
Fairtrade Town

Wie alles begann

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschloss 2015, dass der Bezirk Treptow-Köpenick Fairtrade Town werden möchte. 2017 wurde eine Steuerungsgruppe aus zivilen Vertretern und Akteuren aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Kirchengemeinden sowie Schulen gegründet, die die Kampagnenarbeit organisierte.

Und dann?

„Geschichten aus dem Kiez“ weiterlesen

TGURD #4 – Tue Gutes und rede darüber

Zeit zum Vorlesen – Ein Gastbeitrag von megaschoeneweide

„Ich weiß nicht, wie ich den Hasen machen soll“

Das ist einer der ersten Sätze, den ich heute Morgen höre. Er fällt als Mandy und Lars sich noch kurz besprechen, bevor die Kinder kommen.
Heute ist nämlich wieder ein TGURD-Tag (Tue Gutes und rede darüber), eine Aktion von Mandy Geddert und Lars Düsterhöft (mehr zum Hintergrund der Aktion gibt es HIER) und heute stehen wir in einer Kita in Johannisthal.
„TGURD #4 – Tue Gutes und rede darüber“ weiterlesen

TGURD #3 – Tue Gutes und rede darüber

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Ein Teil eines biblischen Satzes, der zu einer Redensart wurde und in vielen Lebenslagen Anwendung findet. Er soll, so glaube ich, das Wesentliche beschreiben und meint doch sehr viel mehr. Ich möchte eben nicht nur satt werden, sondern auch gehört, geliebt, geachtet. Ich möchte dazugehören, ganz gleich, woher ich komme.

1993 wurde der Verein Berliner Tafel e.V. gegründet, mit der Absicht, einwandfreie Lebensmittel die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen zu sammeln und diese an bedürftige Menschen zu verteilen. Seither holen ehrenamtliche Mitarbeiter regelmäßig Lebensmittel von Supermärkten ab und bringen sie in eine der 45 Ausgabestellen von Laib und Seele.
„TGURD #3 – Tue Gutes und rede darüber“ weiterlesen

TGURD #2 – Tue Gutes und rede darüber

Ein Gastbeitrag unserer Freundinnen von megaschoeneweide, mit denen wir nun ganz offiziell kooperieren. Das heißt, dass zu jeder TGURD Aktion entweder die wunderbaren Damen des oben genannten Blogs oder wir berichten werden. Alle Aktionen können auf beiden Blogs verfolgt werden. Das finden wir ganz prima.
Los geht’s mit Leos Bericht zu unserer Aktion am 22.06.18.
„TGURD #2 – Tue Gutes und rede darüber“ weiterlesen